Der Industriezulieferer Friatec stellt ab sofort 3.1-Werkszeugnisse nach EN 10204 für seine Rohrmaterialien bereit. Die Zertifikate sind über die Unternehmenswebsite abrufbar. Dieser Schritt zielt auf Kunden in sicherheitskritischen Branchen wie Chemie, Pharmaproduktion und Energieversorgung, die solche Nachweise regulatorisch vorweisen müssen.
3.1-Werkszeugnisse dokumentieren die stoffliche Zusammensetzung, mechanische Eigenschaften und Prüfverfahren von Werkstoffen. Anders als einfache Konformitätserklärungen basieren sie auf werkseigenen Prüfungen plus unabhängiger Überwachung. Die europäische Norm EN 10204 legt drei Stufen fest: 2.1 (Herstellerbescheinigung), 3.1 (werkseitig geprüft, behördlich überwacht) und 3.2 (zusätzlich durch unabhängige Prüfstelle abgenommen). Friatec bedient jetzt die Stufe 3.1, die in vielen Industriebereichen als Mindeststandard gilt.
Für Planer und Betreiber von Rohrnetzen in der TGA bedeutet das: Bei Projekten in Krankenhäusern, Laboren oder Prozessanlagen mit strengen Hygiene- oder Druckanforderungen lassen sich Friatec-Produkte künftig ohne zusätzlichen Zertifizierungsaufwand einsetzen. Das verkürzt Freigabeprozesse und reduziert Dokumentationsrisiken. Besonders relevant ist dies bei Trinkwasserinstallationen mit erhöhten Anforderungen an die Trinkwasserhygiene oder bei Medienführung in der Gebäudetechnik.
Die Bereitstellung von 3.1-Zeugnissen kann auch ein Signal für eine Marktausweitung sein. Bisher lag der Fokus des Unternehmens auf Industrieanwendungen; mit der Zertifizierung wird die Schwelle für den Einsatz in hochregulierten Gebäudekategorien niedriger. Das betrifft etwa pharmazeutische Produktionsstätten, Reinraumumgebungen oder Kliniken, in denen Werkstoffe lückenlos nachgewiesen werden müssen. Auch Generalunternehmer und TGA-Fachplaner profitieren: Sie können Materialzertifikate direkt vom Hersteller beziehen, statt eigene Prüfungen zu organisieren.
Parallel dazu wächst der Druck auf Rohrhersteller, Nachhaltigkeits- und Qualitätsnachweise zu bündeln. Unternehmen wie Geberit oder Grohe haben bereits umfassende Dokumentationssysteme etabliert. Friatec positioniert sich mit dem 3.1-Angebot nun in diesem Wettbewerbsfeld. Offen bleibt, ob weitere Produktlinien folgen und ob das Unternehmen auch Umweltproduktdeklarationen (EPDs) nachreicht – ein Thema, das etwa Aquatherm kürzlich adressiert hat.
Für SHK-Betriebe und ausschreibende Stellen empfiehlt sich ein Blick auf die verfügbaren Zertifikate: Sie können Leistungsverzeichnisse präziser formulieren und Haftungsrisiken bei der Materialwahl minimieren. Die 3.1-Zeugnisse sind produktspezifisch; welche Rohre und Fittings konkret erfasst sind, lässt sich über die Friatec-Website einsehen.

