Die Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) hat Anfang Juni neue Marktdaten zum Erdwärmesonden-Geschäft (EWS) veröffentlicht. Die Medienmitteilung liefert Transparenz in einem Marktsegment, das für das Tempo der Wärmewende in der Schweiz entscheidend ist. Erdwärmesonden bilden die Basis für Sole-Wasser-Wärmepumpen, die hohe Jahresarbeitszahlen erreichen und sich besonders für die Heizlasterneuerung in Bestandsgebäuden eignen.
In der Schweiz treibt die Energiestrategie 2050 den Ausstieg aus fossilen Energieträgern voran. Parallel dazu sorgen steigende Heizölpreise und kantonale Förderprogramme für steigenden Investitionsdruck bei Gebäudeeigentümern und Wohnbaugesellschaften. Aktuelle Marktdaten zeigen, ob die Branche Kapazitäten und Lieferketten schnell genug ausbaut, um die Nachfrage nach erneuerbaren Heizsystemen zu bedienen. Für SHK-Handwerker und TGA-Planer sind solche Zahlen ein Frühindikator für Auftragslage und Materialverfügbarkeit in den kommenden zwölf Monaten.
Die FWS-Mitteilung rückt das Erdwärmesonden-Segment in den Fokus. Sole-Wasser-Wärmepumpen gelten als zuverlässige Lösung für die Wärmepumpen-Integration in Bestandsgebäude, da sie auch bei niedrigen Außentemperaturen hohe Effizienz liefern. Anders als Luft-Wasser-Systeme benötigen sie keine Pufferspeicher für die Abtauung und arbeiten leiser. Allerdings verlangen Erdwärmesonden Genehmigungsverfahren, geologische Gutachten und spezialisierte Bohrunternehmen – Engpässe können hier die Umsetzungsgeschwindigkeit bremsen.
Für TGA-Planer und Energieberater sind verlässliche Marktdaten wichtig, um Kunden realistische Zeitpläne für den Heizungstausch nennen zu können. Auch die Kalkulation von Fördermitteln – etwa über das Gebäudeprogramm CH oder kantonale Zuschüsse – hängt von aktuellen Preisen und Verfügbarkeiten ab. Hersteller wie Stiebel Eltron oder Viessmann passen ihre Lieferpläne und Lagerbestände an solche Marktindikatoren an.
Die vollständige Medienmitteilung steht auf der Website der FWS zur Verfügung. Die Zahlen dürften zeigen, ob das Wachstum bei Erdwärmesonden mit den politischen Zielen der Energiestrategie Schritt hält oder ob Genehmigungshürden und Fachkräftemangel das Tempo drosseln. Parallel beobachtet die Branche auch Entwicklungen bei der Heizlastberechnung und der Integration von Wärmepumpen in Hybridkonzepte, um bestehende Gas- oder Ölheizungen schrittweise abzulösen.
