Hoval richtet sein Portfolio gezielt auf Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen aus. Der Schweizer Hersteller bietet ab sofort maßgeschneiderte Gebäudetechnik-Lösungen für den Gesundheitsbau an. Im Fokus stehen Heizungs-, Lüftungs- und Klimasysteme, die den verschärften Hygiene- und Energieeffizienz-Anforderungen nach der Pandemie gerecht werden.
Die Positionierung zeigt, wie die Branche auf den gestiegenen Druck im Gesundheitsbau reagiert. Krankenhäuser müssen heute nicht nur strikte Hygienevorgaben erfüllen, sondern gleichzeitig Betriebskosten senken und Klimaziele erreichen. Hoval adressiert diese Mehrfachanforderung mit einem integrierten Systemansatz für Heizen, Kühlen, Lüften und Trinkwasserhygiene.
Der Gesundheitssektor gilt als anspruchsvolle Zielgruppe für Gebäudetechnik-Anbieter. OP-Säle benötigen präzise Klimatisierung mit niedrigen Toleranzen, Patientenzimmer erfordern Komfort bei hoher Raumluftqualität, und Intensivstationen verlangen zuverlässige Redundanz. Gleichzeitig laufen Krankenhäuser im 24/7-Betrieb – Ausfälle sind nicht tolerierbar.
Hoval setzt dabei auf Wärmerückgewinnung in Lüftungsanlagen, die Energieverluste minimiert. Die Systeme nutzen Abwärme aus Abluftströmen, um Frischluft vorzuwärmen – ein entscheidender Faktor bei den hohen Luftwechselraten in Gesundheitsbauten. Zusätzlich spielen Wärmetauscher eine Rolle, um Heiz- und Kühlkreisläufe effizient zu trennen und Kontaminationsrisiken zu minimieren.
Die Spezialisierung auf Gesundheitseinrichtungen ist für Hoval strategisch relevant. Der Markt wächst: Viele Krankenhäuser in Europa stehen vor Sanierungszyklen, und Neubauten müssen ab 2024 verschärfte Energiestandards erfüllen. Fachplaner berichten von steigender Nachfrage nach zertifizierten Lösungen, die Normen wie DIN 1946-4 (Raumlufttechnik in Krankenhäusern) und ÖNORM H 6020 (Lüftungstechnische Anlagen in Krankenhäusern) erfüllen.
Für SHK-Betriebe und TGA-Planer bedeutet das: Projekte im Gesundheitsbau erfordern tiefere Fachkenntnis in Hygiene-Engineering und Redundanzplanung. Wer hier erfolgreich sein will, muss nicht nur Technik liefern, sondern auch Nachweise, Wartungskonzepte und Schulungen für Betreiber. Hoval versucht, mit vorkonfigurierten Systemlösungen die Planungskomplexität zu reduzieren – ein Ansatz, den auch Viessmann und Wolf in anderen Segmenten verfolgen.
Die Post-Pandemie-Standards haben die Anforderungen an Lüftungstechnik dauerhaft verändert. CO₂-Monitoring, Virenfilterung und bedarfsgesteuerte Luftmengen sind heute Standard in Ausschreibungen. Hersteller, die hier Komplettlösungen anbieten, verschaffen sich Wettbewerbsvorteile gegenüber Anbietern einzelner Komponenten.