Der Schweizer Wärmepumpenmarkt verzeichnet weiterhin stabile Nachfrage. Treiber sind die verschärften kantonalen Energievorschriften nach MuKEn 2014 sowie das nationale Gebäudeprogramm, das bis Ende 2026 Fördergelder für den Heizungstausch bereitstellt. Parallel bremst der Mangel an qualifizierten Fachkräften im SHK-Handwerk das Wachstum: Wartezeiten für Installation und Service steigen in städtischen Regionen auf mehrere Monate.

Marktlage und Absatzzahlen

Aktuelle Absatzstatistiken zeigen eine Fortsetzung des Trends zu Sole-Wasser-Wärmepumpen für Neubauten und Luft-Wasser-Systemen für Sanierungen. Die Nachfrage nach Hybrid-Lösungen – Kombination aus Wärmepumpe und bestehender Gas- oder Ölheizung – steigt besonders in Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen. Installateure berichten von zunehmendem Interesse an modulierenden Geräten, die sich flexibel an schwankende Heizlasten anpassen.

Die Schweizer Hersteller Hoval und CTA AG bauen ihre Produktionskapazitäten aus, während internationale Anbieter wie Viessmann (viessmann.com) und Stiebel Eltron (stiebel-eltron.de) ihre Vertriebsnetze im Schweizer Markt verstärken. Großhändler wie Tobler Haustechnik (tobler.ch) melden konstante Lagerumschläge bei gängigen Leistungsklassen zwischen 8 und 16 kW.

Regulatorik und Förderung

Die kantonale Umsetzung der MuKEn verschärft in mehreren Regionen die Anforderungen an den Heizungsersatz: Genf, Waadt und Basel-Stadt schreiben bei Heizungswechsel den Einsatz erneuerbarer Energien vor. Ausnahmen sind an strenge Nachweise zur Unwirtschaftlichkeit gebunden. Das Gebäudeprogramm des Bundes honoriert den Umstieg auf Wärmepumpen mit Zuschüssen bis zu 30 % der Investitionskosten, abhängig von Jahresarbeitszahl (JAZ) und eingesetzter Systemtechnik.

Gleichzeitig treiben Kantone die Schulung von Installateuren voran: Weiterbildungen zu Kältemitteln nach F-Gas-Verordnung und zur Integration von Wärmepumpen in bestehende Heiznetze mit konventionellen Thermostatventilen sind ausgebucht. Die Zahl der zertifizierten Wärmepumpen-Installateure stieg laut Branchenverband im ersten Halbjahr 2026 um rund 12 %, liegt aber weiterhin unter dem Bedarf. Ein Artikel zum Thema findet sich unter 10.000 Wärmepumpen-Zertifikate ausgestellt.

Trends und Technologie

Im technischen Bereich dominiert die Nachfrage nach Geräten mit niedrigem GWP-Kältemittel (Global Warming Potential) wie R-290 (Propan). Hersteller erweitern ihre Portfolios um kompakte Innenaufstellung mit Schallschutz für städtische Mehrfamilienhäuser. Die Kopplung mit Photovoltaik-Anlagen und Pufferspeichern nimmt zu: Planer setzen zunehmend auf Heizlastberechnungen, um Überdimensionierung und damit Takten der Anlagen zu vermeiden.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Digitalisierung: Smart-Home-Schnittstellen ermöglichen die Steuerung über Gebäudeautomationssysteme und die Einbindung dynamischer Stromtarife. Einige Anbieter bieten Cloud-basiertes Monitoring für vorausschauende Wartung, was Service-Einsätze effizienter macht.

Ausblick

Branchenexperten erwarten für das zweite Halbjahr 2026 eine stabile Nachfrage bei Sanierungsprojekten. Die Verfügbarkeit von Komponenten – insbesondere Wärmetauscher und elektronische Regelungen – hat sich nach Lieferengpässen 2023/24 normalisiert. Preisdruck entsteht durch chinesische Anbieter, die über spezialisierte Importeure in den Schweizer Markt drängen. Qualitätssicherung und Garantieleistungen bleiben Differenzierungsmerkmale für etablierte Marken.

Die größte Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel: Ohne Ausbau der Ausbildungskapazitäten im SHK-Handwerk drohen Engpässe bei Installation und Wartung, die das Tempo der Wärmewende bremsen könnten. Aktuelle Entwicklungen im benachbarten Österreich zeigt der Beitrag Wärmepumpenmarkt Österreich: Lage und Trends Mitte 2026.